Unsere Wiesen, Weiden und Ackerflächen


Was sind Wiesen? Wiesen werden zur Futterherstellung gemäht und haben dadurch eine besondere Kräuter- und Gräserzusammenstellung.

Was sind Weiden? Weiden werden von den Rindern abgefressen und entwickeln eine ganz andere Gräser- und Kräutervielfalt.

Auf unseren Wiesen erzeugen wir unser Winterfutter: Grassilage und Heu. Im Frühjahr striegeln und schleppen wir die Wiesen, bevor die Wiesenvögel mit der Brut beginnen (der Striegel ist eine 6 Meter breite Maschine hinter dem Schlepper, im vorderen Bereich hat er Stahlbleche, welche die Maulwurfhaufen einebnen. Danach kommen wie bei einer Bürste viele lange Stahlzinken, sie sind beweglich und reißen den Boden auf, es werden Wildkräuter ausgerissen und altes Gras verteilt, wie beim Vertikutieren). Smiley face Anschließend geben wir etwas Mist oder Gülle als Dünger auf die Flächen. Im Juni wird dann das erste Mal gemäht.

Haben wir einen feuchten Sommer und viel Gras (wie in 2017), mähen wir die Wiesen noch ein zweites Mal.
Bei trockenem Sommer werden die Wiesen nach dem ersten Schnitt zur Beweidung für unsere Angus-Rinder benötigt.
Die Weiden sind zum größten Teil mit Naturschutzauflagen belegt. Auf diesen Flächen dürfen wir nicht düngen und schleppen, auch ist nur eine geringere Beweidung erlaubt (1 bis 2 Kühe je Hektar).


Die Weiden und Wiesen, die nicht von diesen zusätzlichen Naturschutzauflagen betroffen sind, werden im Frühjahr geschleppt, gestriegelt und mit etwas Mist oder Gülle gedüngt. Wir achten auf einen angemessenen Kleeanteil auf den Weiden, damit der Klee auf natürliche Weise die Weiden mit Dünger versorgt. Außerdem achten wir auf eine vielfältige Kräuter- und Gräsermischung.

Die Ackerflächen

Auf den Äckern wächst nur Futter für unsere Angus-Rinder. Es gibt eine vielseitige Fruchtfolge, Winter-Roggen, Sommer-Gerste, Hafer, Mais, Erbsen und Bohnen. Smiley face Smiley face Alle diese Früchte werden geerntet und an die Angus-Rinder verfüttert. Das Getreide wie Roggen, Gerste, Hafer und der Mais liefern besonders viel Energie durch Stärke und Zucker in den Pflanzen. Die Leguminosen wie Erbsen und Bohnen haben einen hohen Rohproteinanteil und liefern das Eiweiß für unsere Angus-Rinder. Durch die verschiedene Zusammenstellung dieser Futtermittel können wir unsere Angus-Rinder immer gut versorgen. Durch die große Artenvielfalt bieten wir auch den Insekten und Tieren in der Natur ein reichhaltiges Angebot an Nahrung und Lebensraum.






Die Fruchtfolge auf dem Ackerland

Die Fruchtfolge beginnt mit Winter-Roggen, nach der Ernte des Winter-Roggens wird das Stoppelfeld gleich gepflügt und eine Zwischenfrucht gedrillt Smiley face Smiley face (die Zwischenfrucht dient ausschließlich zur Bodenverbesserung und wird nicht geerntet). Diese besteht aus verschiedenen Leguminosen, Kräutern und Gräsern. Diese sollen Stickstoff für die nächste Frucht sammeln, auch der Humusanteil im Boden wird durch sie verbessert. Außerdem kommt es im Herbst noch zu einer schönen Blumenpracht für die Insekten. Im Dezember (nach Wetterlage) wird die Zwischenfrucht mit der Scheibenegge in den Boden eingearbeitet, sonst würde die organische Masse an der Luft verwittern und nicht genügend Nährstoff für die Folgefrucht liefern.

Im zeitigen Frühjahr beginnen wir mit der Vorbereitung für den Mais. Die Fläche wird zweimal im Abstand von ca. 3 Wochen gegrubbert (ein Grubber ist eine Maschine hinter dem Schlepper, er reißt mit großen Zinken den Boden auf und vermischt ihn, hierbei werden u.a. die Wildkräuter zerstört). Smiley face Smiley face Wir erreichen dadurch, dass die Hauptfrucht wenig Konkurrenz hat. Ende März wird der Mist vom Winter auf die Fläche ausgebracht und anschließend untergepflügt. Der Mist wird sich im Boden in Mikronährstoffe umwandeln, damit der Mais diese im Sommer aufnehmen kann. Durch Pflügen erreichen wir aber noch mehr, die Nährstoffe, die in tiefere Bodenschichten gewaschen wurden, werden nach oben geholt und wir bringen wieder Luft in den Boden, damit das Bodenleben so richtig in Bewegung kommt. Ideale Bodenverhältnisse existieren, wenn im Boden 1/3 Erde, 1/3 Luft und 1/3 Wasser vorhanden sind.

Smiley faceIm April striegeln wir die Ackerfläche noch zweimal, wodurch die gekeimten Wildkräuter zerstört und andere Samen zum Keimen angeregt werden.

Anfang Mai fahren wir etwas Gülle auf die Fläche und grubbern die Gülle ein. Um den 15. Mai drillen wir den Mais. Vor der Maisdrille arbeitet eine Kreiselegge, diese macht den Boden ganz eben; nur auf glattem Boden kann der Striegel alle gekeimten Wildkräuter zerstören. Am fünften Tag nach der Saat wird die Fläche gestriegelt. Der Mais befindet sich noch zwei Zentimeter unter der Erde und wir können ohne Probleme striegeln. Hat der Mais das vierte Blatt, striegeln wir nochmals, aber nur langsam mit viel Gefühl, damit wir die jungen Maispflanzen nicht beschädigen. Sie haben aber schon starke Wurzeln, so dass der Striegel sie nicht herausreißen kann.

Ist der Mais ungefähr einen halben Meter hoch, wird er nochmals gehackt, damit auch die letzten Wildkräuter beseitigt werden. Smiley face Smiley faceDie Kräuter, die jetzt noch keimen, kann der Mais unterdrücken und sich gut entwickeln.

Mit dieser Bewirtschaftung ist es uns in den zwei letzten Jahren gelungen, guten Mais nach Bioregeln zu erzeugen, und auch die Natur wurde geschont, denn wir haben kein Gift eingesetzt und unter dem Mais gab es immer noch einige Wildkräuter für die verschiedenen Wildtiere. Im Herbst nach der Maisernte wird wieder gegrubbert, es müssen die im Mais gewachsenen Wildkrautsamen zum Keimen gebracht werden, damit sie die Folgefrucht nicht behindern. Auch der Boden wird etwas aufgelockert und das Bodenleben angeregt, damit die großen Maiswurzeln zersetzt werden.

Im März wird dann gepflügt und bei entsprechender Witterung nochmals vor der Hafer- oder Sommergerstensaat gegrubbert.

Anfang April drillen wir den Hafer und die Sommer-Gerste. Dadurch, dass wir beim Mais eine so intensive Wildkrautbekämpfung durchgeführt haben, ist der Samenanteil im Boden so gering, dass es keine weitere Bodenbearbeitung im Hafer und der Sommer-Gerste braucht. Die Wildkräuter, die dann noch wachsen, werden von der Sommer-Gerste und dem Hafer unterdrückt.

Smiley face Um den 1. August wird das Getreide geerntet und das Stroh gepresst. Danach wird wieder gegrubbert, bis zum nächsten Frühjahr drei- bis viermal, je nach Witterung und Wildkrautanteil im Boden. Ende März wird gepflügt und nochmals gegrubbert. Anfang April werden dann die Erbsen und Bohnen gesät. Auch hier haben wir die Wildkrautbekämpfung vor die Saat gelegt und müssen nach der Saat nichts mehr machen. Sind die Erbsen und Bohnen geerntet, beginnt der Kreislauf mit dem Winterroggen von neuem.